Figurationen von Solidarität

Algerien, das Kino und die Rhythmen des anti-kolonialen Internationalismus, Elisabeth Büttner/Viktoria Metschl
280 S., zahlr. Abb. Seiten,Paperback
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Spätestens ab 1962, dem Jahr seiner offiziellen Unabhängigkeit, positioniert sich Algerien eindrücklich in einer Matrix anti-kolonialer Solidaritätspolitik. Das Kino, das schon während der Revolution (1957-1962) vom Herrschaftsinstrument zur widerständigen Waffe im Dienste der Dekolonisierung angeeignet und transformiert wurde, bleibt innerhalb dieser Netzwerke eine mobile Taktik, die den bewaffneten Kampf vertritt und mit einer radikal neuen Ästhetik begleitet. Diese Bewegungen des sogenannten 'Dritten Kinos' zeichnen Figurationen der Grenzüberschreitung, von Algerien ausgehend zu anderen Nationen [u.a. Angola, Guinea-Bissau, Mozambique, Südafrika, Simbabwe], der radikalen 'Dritten Welt' jenseits bloßer Rhetorik und My-stifizierung auf. In der vielschichtigen Gegenwart der Filmbilder hält sich die Notwendigkeit der darin gemachten Forderungen wach. Solidarität als Leitbegriff einer Anordnung von Kollektivität erfährt dann Wendungen, Entwendungen und revolutionäre Anwendungen mittels der Bildstrategien: kollektives Sprechen, Eingriff, Wiederaneignung, 'neuer Rhythmus' [Frantz Fanon]. Diese radikale Inanspruchnahme der Bildapparate in Algerien ab den späten fünfziger Jahren erfindet und erschafft ein doppeltes Sehen von materialistischer Konkretion einerseits und grenzenloser Imagination andererseits, welches warnt vor 'jedem Ausweg, der nicht Strich für Strich der Freiheit gleicht.' [Sarah Haidar] Der Text und Bildband 'Figurationen von Solidarität' versammelt Beiträge aus den Bereichen Wissenschaft, Musik, Film und graphischer Kunst, die Solidaritätsbegriffe und Konzepte von Gemeinschaft durch die Linse von Bildern in Bewegung hinterfragen. Die Programmatik des Dritten Kinos trifft auf die Kunst des MinoritärWerdens, historisches Material wie sein Wissen davon auf gegenwärtige Sphären der MotivZirkulation. Mit Beiträgen von Atef Botros Al Attar, Sudeep Dasgupta, Habiba Djahnine, Rima Djahnine, Rabah Donquishoot & Diaz [MBS], Daho Djerbal, Frantz Fanon [übersetzt von El Hadji Moustapha Diop], Reinhold Görling, Myassa Kraitt, Nawel Louerrad, Petra Löffler, Viktoria Metschl, Marc Rölli, Andreas Schmiedecker, Todd Shepard, Greg Thomas

übte Lehrtätigkeiten an verschiedenen Universitäten und Institutionen aus und war Mitgründerin der Kooperative das kino co-op in Wien. Sie wurde auf die erste österreichische Professur für Filmtheorie an das Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien berufen. Ihre gemeinsam mit Christian Dewald verfasste zweibändige Geschichte des österreichischen Films wurde mit dem österreichischen Victor-Adler-Staatspreis für Geschichte sozialer Bewegungen ausgezeichnet.

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Autor Elisabeth Büttner/Viktoria Metschl
Verlag Vorwerk 8
ISBN 9783947238002
ISBN/EAN 9783947238002
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Lieferbarkeitsdatum 28.06.2019
Einband Paperback
Format 2.1 x 21.5 x 15.3
Seitenzahl 280 S., zahlr. Abb.
Gewicht 448
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