Wilde Wasser

, Pettrey, Dani
336 S. Seiten,Kartoniert
7,95 €
Inkl. 7% Steuern
Lieferzeit: Vorbestellbar

1 Vor der Küste von Tariuk Island, Alaska Cole McKenna tauschte das Chaos über der Wasseroberfläche gegen das Chaos darunter. Das schwarze Wasser erstickte schon bald das Flutlicht, das von den Rettungsbooten aus auf ihn gerichtet war. Nach nur wenigen Sekunden gab es nur noch ihn, das blinkende Licht an seinem Gürtel und die unermessliche Finsternis der See. Sein Herz schien im Gleichtakt mit dem rhythmischen Aufleuchten der Lampe zu schlagen. Bumm. Bumm. Es war erstaunlich, was man alles hörte, wenn man von Dunkelheit umgeben war. Bumm. Bumm. Cole überprüfte mit der linken Hand seinen Tiefenmesser, während er mit der rechten die Rettungsleine umklammerte. Wenn er in Tiefen tauchte, in denen es kein natürliches Licht und keine Orientierungshilfen gab, dafür aber eine ständig wechselnde Strömung, reichten ein paar Sekunden ohne die Leine, um die Orientierung zu verlieren. Und diese Sekunden konnten den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. Dreißig Fuß. Fünfunddreißig. "Taucher zwei im Wasser", gab Gage oben über die Sprechanlage durch. Cole war froh, dass er heute Abend Landon Grainger an seiner Seite hatte. Er würde alle Hilfe brauchen, die er bekam. Das Echolot hatte angezeigt, dass die Überreste von Henry Reids Wasserflugzeug an dem Grat von Outerman's Ridge festhing, vierzig Fuß unter der Meeresoberfläche. Er wünschte, sie hätten die Passagierliste schon bekommen, dann hätten sie gewusst, wie viele Menschen an Bord gewesen waren. Er hasste Überraschungen. Vierzig Fuß. Cole zog den Scheinwerfer von seinem Werkzeuggürtel und schaltete ihn ein. Die Cessna schimmerte weißlich im Lichtschein. "Ich klinke mich aus", gab er nach oben durch. "Pass auf dich auf, Cole. Taucher Nummer drei ist im Wasser." Cole schluckte. "Roger." Er sollte sich um Kayden nicht mehr Sorgen machen als um Landon. Als Leiter der Tauchaktion war er für jedes Mitglied seiner Rettungsmannschaft verantwortlich. Er durfte sich von der Tatsache, dass Kayden seine Schwester war, nicht beeinflussen lassen. Das wäre der restlichen Mannschaft und den Opfern gegenüber nicht fair. Aber der brüderliche Beschützerinstinkt ließ sich nicht so einfach unterdrücken. Cole atmete ein und der Atemregler entließ automatisch einen Stoß mit Sauerstoff angereicherter Luft in seine Atemmaske. Mit dieser Maske klang er wie Darth Vader. Sein schwarzer Neoprenanzug, die Handschuhe und die Schläuche verstärkten dieses Bild nur noch. Das Glühen im Flugzeugrumpf war erloschen, aber die Tatsache, dass das Feuer so lange angedauert hatte, ließ die Hoffnung aufkeimen, dass es im Flugzeug immer noch Luft gab. Cole betete, dass ihre Suche an diesem Abend mit einer Rettung enden würde und nicht nur mit einer Bergung. Er ließ seinen Lichtstrahl über das Flugzeug wandern, wobei er seine Inspektion am Heck begann - das zerrissen war und zackig nach oben ragte - und sich langsam bis zum Cockpit vorarbeitete. Ihm stockte der Atem, als er das zusammengeschobene Metall sah. Er betete, dass Henry hinausgeschleudert worden war, bevor das Flugzeug mit der Spitze voran auf den Grat aufgeprallt war. Dann bestand wenigstens die Chance, dass Ginny eine Leiche beerdigen konnte. "Ich klinke mich aus", verkündete Landon, kurz bevor er an Coles Seite erschien. "Am besten kommen wir durch diese Tür dort rein", sagte Cole. "Das sehe ich auch so." Landon zog das Brecheisen aus der Werkzeugtasche. Kayden stieß zu ihnen und der Lichtstrahl ihres Scheinwerfers spiegelte sich in Coles Maske, bevor sie ihn auf den Flugzeugrumpf richtete. "Landon, du kommst mit mir", wies Cole an. "Kayden, du achtest auf die Strömung und auf die Bewegungen des Wracks. Und mach dich bereit, um beim Transport nach oben zu helfen." "Alles klar, Boss." Cole schob die Brechstange in den Türrahmen und lehnte sich gegen die Rumpfwand, um Druck auszuüben. Vor Anstrengung wurden seine Finger und Arme ganz warm. Drei Minuten später hing die Tür offen in ihren Angeln. Ein Gewirr aus Drähten versperrte die Ö

Ein sabotiertes Flugzeug, zwei tote Tiefseetaucher und nur ein einziger Hinweis. Alaska: Bailey Craig hat sich geschworen, niemals nach Yancey zurückzukehren. Doch ein mysteriöser Flugzeugabsturz lässt der erfolgreichen Hochschuldozentin keine andere Wahl: Sie muss sich den Schatten der Vergangenheit stellen. Cole McKenna hat keine Angst vor gefährlichen Rettungsmissionen. Auch der Verdacht, dass ein gefährlicher Mörder in seiner Heimatstadt sein Unwesen treiben könnte, versetzt den passionierten Tiefseetaucher nicht in Panik. Doch der Anblick seiner Jugendliebe Bailey Craig lässt das Blut in seinen Adern gefrieren. Gut, dass Cole den ganzen McKenna-Clan an seiner Seite weiß. Zusammen mit seinen Geschwistern und dem Polizisten Landon versucht er Licht in die rätselhaften Vorfälle in Yancey zu bringen. nicht ahnend, dass er sich damit in wilde Wasser begibt - und Bailey gleich mit.

Dani Pettrey ist für ihre spannenden Romane mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden. "Wilde Wasser" ist das erste Buch von ihr, das auf Deutsch erscheint. Sie ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und lebt in Maryland.

Mehr Informationen
Autor Pettrey, Dani
Verlag Francke-Buchhandlung GmbH
ISBN 9783868274844
ISBN/EAN 9783868274844
Lieferzeit Vorbestellbar
Lieferbarkeitsdatum 19.04.2021
Einband Kartoniert
Format 2.9 x 20.5 x 13.5
Seitenzahl 336 S.
Gewicht 398
© 2020 Evangelische Gemeindepresse GmbH